AUFRUF zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen* und Mädchen*

LEBEN FREIHEIT – NEIN zu GEWALT an Frauen* und Mädchen*

Für den 25. November 2022, den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen*, rufen wir, ein Bündnis von mehr als 50 Frankfurter Organisationen, Institutionen und Parteien, organisiert vom Bündnis Frankfurt für Frauen*rechte, Frauendezernat und Frauenreferat zur Beteiligung an einer 

KUNDGEBUNG und DEMONSTRATION 

ab 17:00 Uhr an der Konstablerwache auf. 

(Die Statements der Unterstützer*innen am Ende des Aufrufs)

Ob in Teheran, Kabul, Kiew, New South Wales, Damaskus, Bogota, Addis Abeba, Minsk, Istanbul, Frankfurt,Rojava, Ciudad Juárez, Dallas, weltweit erleben Frauen* und Mädchen* täglich psychische, physische, digitale Gewalt. Jeden Tag werden Frauen* und Mädchen* ermordet.

Damit muss endlich Schluss sein: STOPP Gewalt gegen Frauen. 

FRAUEN LEBEN FREIHEIT

Wo immer Frauen gegen Unterdrückung und für ihre Rechte aufstehen, sind sie von Gewalt bedroht. Reaktionäre Ideologien und autoritäre Regime befeuern in vielen Ländern verbale bis hin zu körperlicher Gewalt gegen Aktivist*innen und politische Repräsentant*innen, die für Frauen*rechte, demokratische Rechte, Rechte von Geflüchteten, Rettung der Umwelt eintreten und in Gewerkschaften usw. aktiv sind.

Gewalt gegen Frauen* und Mädchen*

wird durch Kriege und Krisen, wie Wirtschafts-, Umwelt- und Gesundheitskrisen, Flucht und Vertreibung verschärft 

ist strukturelle Gewalt, die gesellschaftlichen Bedingungen geschuldet ist 

ist Ausdruck der strukturellen Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen* und den daraus resultierenden patriarchalen Rollenerwartungen 

ist der Versuch von Tyrannen, die Kontrolle und Macht zu behalten oder zu gewinnen – im Zuhause und im Staat.

Deswegen 

werden Millionen Frauen* in Kriegsgebieten vergewaltigt  

wollen „Sittenwächter“ nicht nur in totalitären Staaten Mädchen* und Frauen* vorschreiben, wie sie sich zu verhalten haben, wie viel Stoff sie, wo zu tragen haben

erleben Frauen* in und außerhalb von Beziehungen und am Arbeitsplatz sexualisierte Gewalt.

werden queere Menschen in Frankfurt auf offener Straße krankenhausreif geprügelt, denn ihre Art zu leben und zu lieben, stellt das patriarchale *Rollenverständnis in Frage  

drangsalieren selbsternannte Lebensschützer*innen ungewollt schwangere Frauen* vor Beratungsstellen und Arztpraxen.

Geschlechtsspezifische Gewalt fängt mit Alltagssexismus an und endet mit Femiziden.

Die Proteste im Iran und in Afghanistan zeigen auch: 

Die Hoffnung auf ein freies und selbstbestimmtes Leben ohne Angst, ohne Gewalt und der gemeinsameWiderstand geben große Kraft. Frauen* ermächtigen sich!

Ihr Kampf ist uns Ansporn mutig und hartnäckig für unsere Rechte zu streiten. 

Wir fordern

Die Umsetzung aller in der Istanbul Konvention beschriebenen Maßnahmen für alle Frauen* und Mädchen* unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus und ihrer Nationalität. Der § 59 der IK ist vorbehaltlos umzusetzen.

Die Istanbul Konvention (IK), die Konvention zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt, verpflichtet alle unterzeichnenden Staaten zu einer bedarfsdeckenden, wohnortnahen, allgemein zugänglichen und angemessenen Infrastruktur, um Gewaltschutz und Unterstützung zu garantieren.

Wir fordern

Die zügige Ratifizierung der ILO-Konvention 190 gegen sexuelle Belästigung und Gewalt am Arbeitsplatz und die Umsetzung in nationale Gesetzgebung durch die Bundesregierung.  Die ILO-Konvention 190 wurde 2019 von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) verabschiedet und gilt als historischer Meilenstein: Sie bietet die erste internationale Definition von Gewalt und Belästigung in der Arbeitswelt, schließt geschlechtsspezifische Vorfälle explizit ein und schafft einen klaren Aktionsrahmen gegen Belästigung und Gewalt am Arbeitsplatz

Wir fordern

Die Umsetzung der UN Resolution 1325. Frauen müssen in allen internationalen, nationalen und regionalen Entscheidungsgremien und Mechanismen zur Vermeidung, Behandlung und Lösung von Konflikten stärker repräsentiert sein: Die aktive Partizipation von Frauen an Friedensverhandlungen, die Integration ihrer Belange in das Mandat der UN-Friedensmissionen sowie die stärkere personelle Beteiligung von Frauen in militärischen und zivilen Kontexten. Alle staatlichen und nicht-staatlichen Kriegsakteur*innen müssen umfassende Maßnahmen zur Gewaltprävention und Strafverfolgung der Täter*innen einleiten. Die Resolution ist völkerrechtlich bindend.

Wir setzen uns ein für eine Gesellschaft, in der Frauen* frei von Gewalt und Diskriminierung gleichberechtigt und respektiert leben können, für ein Leben in Freiheit ohne Gewalt!

Wir fordern alle staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen und jede*n Einzelne*n auf, sich für die Umsetzung unserer Forderungen einzusetzen. Macht mit!

LEBEN FREIHEIT – NEIN zu GEWALT an Frauen* und Mädchen*

Freitag, 25. November 2022, 17 Uhr Konstablerwache

LEBEN FREIHEIT – NEIN zu GEWALT wird unterstützt von

aba e.V.

Amnesty International Bezirk Frankfurt

ASF Frankfurt, Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen

Beratungsstelle Frauennotruf Frankfurt e.V.

BrokenRainbow e.V

Bündnis 90/ Die GRÜNEN Kreisverband Frankfurt am Main

Caritasverband Frankfurt am Main e.V.

CDU Kreisverband Frankfurt am Main

Der Paritätische HessenCaritasverband Frankfurt am Main e.V.

Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) Frankfurt

DGB-Frauen Frankfurt

Feministische Partei DIE FRAUEN

FeM Mädchen*haus Frankfurt

FIM – Frauenrecht ist Menschenrecht e.V.

Frauen helfen Frauen Frankfurt  e.V.

Frankfurt für Frauen*rechte

Frauen in Bewegung-Kampfkunst und Bewegung e.V

Frauen Union Frankfurt

Frauenreferat Frankfurt am Main

Frauenverband Courage Frankfurt e.V.

DIE LINKE. Frankfurt am Main

GRÜNE Jugend Frankfurt am Main

Iranische Frauengruppe-Frankfurt (IFGIF)

Junularo Frankfurt e.V. – Raum für Jugend

JUSOS Frankfurt

Kinothek Asta Nielsen

kosi – Stadt für Mädchen* und Mädchen*kulturzentrum Mafalda

LIBS e.V. 

Migrantinnenverein Frankfurt e.V.

pro familia Frankfurt e.V.

Sisters Rhein-Main e.V.

Soroptimist International Club Frankfurt Vision

Türkisches Volkshaus Frankfurt e.V.

VAMV Frankfurt

Verein TABU-Frauen* gegen häusliche Gewalt e.V.

VOLT Frankfurt

ZAN, Hilfsorganisation zur Förderung der Rechte afghanischer Frauen e.V.

ZONTA Club Frankfurt am Main

ZONTA Club Frankfurt II Rhein-Main

STATEMENTS DER UNTERSTÜTZER*INNEN

Beratungsstelle Frauennotruf Frankfurt

Auf der ganzen Welt sind Frauen* und Mädchen* von Gewalt bedroht oder betroffen. Besonders hoch ist das Risiko für Frauen* und Mädchen* mit Beeinträchtigungen und Behinderungen – sie sind in Deutschland fast doppelt so häufig körperlicher Gewalt ausgesetzt, fast jede Zweite erlebt sexualisierte Gewalt. Wir kämpfen gegen geschlechtsspezifische Gewalt! Wir kämpfen für angemessene Unterstützungsstrukturen! Für ein Leben ohne Gewalt für Frauen* und Mädchen* – für ALLE Frauen* und Mädchen*!

FIM- Frauenrecht ist Menschenrecht

„Gewalt ist ein Problem, das gesellschaftlich gelöst werden kann – dazu braucht es politischen Mut. Wir kämpfen gegen Strukturen, die von toxischer Männlichkeit geprägt sind. Für Empowerment, für Geschlechtergerechtigkeit und für sexuelle Selbstbestimmung. Wir fordern konsequenten Schutz vor Gewalt und Menschenrechte für Mädchen*, Frauen* und LGBTIQ* aus aller Welt.“

 

Frauenverband Courage e.V.

We are women – we are strong. Wir sagen NEIN zu jeder Form von Gewalt an Frauen! JA zum Widerstand und zur Solidarität mit Frauen, die aufstehen und sich wehren:

  • Wie im Iran, gegen die Unterdrückung der Frauen – für ein selbstbestimmtes Leben, 
  • Gegen ungerechte und imperialistische Kriege, die sexuelle Gewalt und Massenvergewaltigungen als Kriegswaffe einsetzen und auch den Raubbau an Mutter Erde verschärfen.

Für freie Frauen in einer Welt ohne Ausbeutung, Unterdrückung und Krieg – dafür stehen WIR auf.

Mach mit und organisiere Dich – Gemeinsam sind wir stark!

Mehr unter: 

https://fvcourage.de/frankfurt-frankfurter-courage-frauen-ja-zum-widerstand-und-zur-solidaritaet-mit-frauen-die-aufstehen-und-sich-wehren/

DIE LINKE. Frankfurt am Main

Gewalt an Frauen, Mädchen(1) und weiblich gelesene Personen ist immer noch tief verankert in unserer Gesellschaft. Das dürfen und wollen wir nicht hinnehmen und stehen deshalb Seite an Seite mit Betroffenen und Mitstreiter*innen. Als Frankfurter LINKE laden wir ein, an uns als Gesellschaft, als politische Struktur und Individuen zu arbeiten, um die Entwicklung hin zu einer Gesellschaft ohne patriarchale Gewalt voranzutreiben. Deswegen kommt am 25.11. mit uns auf die Straße und seid laut!
(1) nicht nur cis und endo Frauen und Mädchen

VOLT Frankfurt

„Volt ist eine junge europäische Partei, die sich für Gleichberechtigung und politische Teilhabe einsetzt.  Wir geben Frauen* den Raum, ihre Perspektiven und Forderungen in unsere Parteiprogramme und Entscheidungen einzubringen. Wir machen Frauen*-Politik gegen Benachteiligung durch diskriminierende Gesetze, Prozesse und festgefahrene Denkweisen.

Wir fordern sexuelle Selbstbestimmung und einen umfassenden Schutz von Frauen* vor allen Formen von Gewalt in Europa und international.“

ZONTA CLUB und ZONTA Club II Frankfurt am Main

Gewalt gegen Frauen ist kein Missstand am Rande – jeder Femizid ist einer zu viel. Sie ist ein gesellschaftliches Kernproblem mit psychosozialen Langzeitfolgen für die Betroffenen, das große volkswirtschaftliche Schäden nach sich zieht. Damit behindert sie politische und wirtschaftliche Fortschritte, auf die es gerade in diesen Zeiten in allen Bereichen besonders ankommt. Gemeinsam mit insgesamt 136 Zonta Clubs in Deutschland fordern die beiden Frankfurter Zonta Clubs ein Ende der Gewalt an Frauen.