GEMEINSAM LAUT: NEIN zu GEWALT an Frauen* und Mädchen*

GEMEINSAM LAUT: NEIN ZU GEWALT an FRAUEN* und MÄDCHEN*

Für den 25. November 2021, den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen*, rufen wir, ein Bündnis von mehr als 40 Frankfurter Organisationen, Institutionen und Parteien, organisiert vom Bündnis Frankfurt für Frauen*rechte, Frauendezernat und Frauenreferat zur Beteiligung an einer DEMONSTRATION ab 17:00 Uhram Willy-Brandt-Platz auf.

Wir sind laut. Wir wehren uns gegen Gewalt gegen Frauen* und Mädchen*.

Sie ist menschenrechtsverletzender Alltag in unserer Stadt wie überall auf der Welt. Jeder einzelne Fall beschädigt die körperliche und seelische Gesundheit der betroffenen Frauen* und Mädchen*.

1588 Betroffene häuslicher Gewalt davon 1.264 weiblich

620 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (u.a. Vergewaltigung) davon 550 Frauen und Mädchen,

Fünf registrierte Femizide, darunter drei versuchte Delikte

weist die Frankfurter Kriminalstatistik 2020 aus, bei einer sehr hohen Dunkelziffer.

In Frankfurt werden gutverdienende Frauen* genauso geschlagen und belästigt wie drogenkonsumierendeFrauen*, die auf der Straße leben, queere Frauen*, trans Frauen, Women of Colour, schwarze Frauen*und weiße Frauen, oder kurz gefasst, die Frau nebenan, unabhängig von deren beruflicher Position und sozialem Status.

Gewalt gegen Frauen* und Mädchen* ist strukturelle Gewalt, Gewalt, die gesellschaftlichen Bedingungen geschuldet ist. Sie ist Ausdruck der strukturellen Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen und den daraus resultierenden Rollenerwartungen. Ziel der Gewalt ist es Kontrolle und Macht zu behalten oder zu gewinnen.

Reaktionäre Ideologien und autoritäre Regime befeuern in vielen Ländern verbale bis hin zu körperlicher Gewalt gegen Aktivist*innen und politische Repräsentant*innen, die für Frauen*rechte, demokratische Rechte, die Rechte von Geflüchteten, die Rettung der Umwelt eintreten und in Gewerkschaften usw. aktiv sind. Dagegen gibt es Widerstand und Solidarität.

„Frauen* und Mädchen* auf der ganzen Welt stehen heute trotz Gefahr für Freiheit und Leben auf, um gegen diese Gewalt, Bevormundung und Diskriminierung zu demonstrieren. Mit einer Demonstration durch die Stadt wollen wir uns sichtbar und laut solidarisieren und für die Durchsetzung der fundamentalen Rechte von Frauen* und Mädchen* eintreten.

Für ein Leben in Freiheit ohne Gewalt!

Schluss mit Wegsehen, Verschweigen, mit Verharmlosen: Gewalt ist Gewalt, Mord ist Mord und kein Beziehungs- oder Familiendrama.

Unsere Demonstration der internationalen und intersektionalen Solidarität startet an den Städtischen Bühnen am Willy-Brandt-Platz. Wir erinnern an den Kampf der unfassbar mutigen Frauen*, die brutale Gewalt erfahren, weil sie sich totalitären Systemen und der Beschneidung ihrer Rechte entgegenstellen. Wir machen darauf aufmerksam, dass alle Frauen* von Gewalt betroffen sind, Frauen* in den Bürotürmen und drogenkonsumierende Frauen* in ihrer besonders prekären Lebenssituation auf der Straße. Die Situation der afghanischen Frauen* und Mädchen* zerreißt uns das Herz. Deswegen werden wir für sie und die Kämpferinnen in der Türkei, dem Land, dass sich von der Istanbul -Konvention verabschiedet hat, stellvertretend für viele mutige Frauen* in anderen Ländern der Welt laut die Stimme erheben. Wir protestieren, gegen die menschenverachtende Gewalt, der queere Frauen* und trans Frauen auf offener Straße in unserer vermeintlich so toleranten und friedlichen Stadt ausgesetzt waren und sind. Unsere Demonstration endet an der in orange, der Farbe der Gewaltfreiheit, angestrahlten Alten Oper mit einer gemeinsamen Aktion.

Die genaue Demoroute findet sich unter https://frankfurt.de/service-und-rathaus/verwaltung/aemter-und-institutionen/frauenreferat/aktuelles/internationaler-tage-gegen-gewalt

Geschlechtsspezifische Gewalt in jeder Form ist eine globale Menschenrechtsverletzung mit verheerenden, langwirkenden gesundheitlichen Folgen und Todesgefahr für die Hälfte der Menschheit. Die Istanbul Konvention (IK), die Konvention zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt, verpflichtet alle unterzeichnenden Staaten zu einer bedarfsdeckenden, wohnortnahen, allgemein zugänglichen und angemessenen Infrastruktur, um Gewaltschutz und Unterstützung zu garantieren.

Aktuell hat der Europäische Gerichtshof entschieden, dass Einstimmigkeit im Europarat für eine Ratifizierung nicht erforderlich ist. Wegducken geht nicht mehr. Die EU kann Gewaltschutz zu einer Priorität in Europa machen. Deutschland muss sich jetzt für den Beitritt der EU zum wichtigsten Gewaltschutz-Übereinkommen Europas einsetzen.

Wir fordern weiter die Umsetzung aller in der Istanbul Konvention beschriebenen Maßnahmen für alle Frauen* und Mädchen* unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus und ihrer Nationalität. Der § 59 der IK ist vorbehaltlos umzusetzen.

Mit unserer Demonstration verleihen wir unseren Forderungen sichtbar und hörbar Nachdruck und zeigen Solidarität mit den Betroffenen – unter Beachtung aller Regelungen und Auflagen des Infektionsschutzes.

Wir setzen uns ein für eine Gesellschaft, in der Frauen* frei von Gewalt und Diskriminierung gleichberechtigt und respektiert leben können!

Wir fühlen uns verbunden mit den Frauen* und Mädchen*, die auf der ganzen Welt gegen Gewalt aufstehen und schauen aktuell mit Hoffnung und Respekt auf deren mutigen Kampf.

GEMEINSAM LAUT: NEIN ZU GEWALT!

Donnerstag, 25. November 2021, 17:00 Uhr Willy- Brandt- Platz

Amnesty Bezirksgruppe Frankfurt, ASF, Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen Frankfurt, BrokenRainbow e.V., Bündnis 90/Die GRÜNEN Frankfurt am Main, Bundesverband der Mütterzentren e.V., Care Revolution e.V., Caritasverband Frankfurt e.V., DaMigra e.V., Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) Frankfurt, DGB-Frauen Frankfurt, Die GRÜNEN im Römer, DIE LINKE. im Römer, Die LINKE. Kreisverband Frankfurt, EVA Evangelisches Zentrum für Frauen Frankfurt, Feministische Partei DIE FRAUEN, FeM Mädchen*haus Frankfurt, FIM-Flüchtlingsrat Hessen, FIM Frauenrecht ist Menschenrecht e.V., Förderverein Akzeptanz und Vielfalt Frankfurt e.V., Frankfurt für Frauenrechte, Frauen helfen Frauen Frankfurt  e.V., Frauen in Bewegung-Kampfkunst und Bewegung e.V., Beratungsstelle Frauennotruf Frankfurt, Frauenreferat der Stadt Frankfurt am Main, Frauen –Union Frankfurt, Frauenverband Courage e.V., gffb gGmbH, Grüne Jugend Frankfurt, INFRAU e.V., Junularo Frankfurt e.V., Kinothek Asta Nielsen, LIBS, Lesben Informations- und Beratungsstelle e.V., Migrantinnenverein Frankfurt e.V., Orada! e.V. Internationales Theater, Ortsfrauenausschuss IG Metall Frankfurt, Der Paritätische Hessen, pro familia Frankfurt e.V., pro familia Hessen, saloonY e.V., Sisters Rhein-Main e.V., Soroptimist International Club Frankfurt am Main,Soroptimist International Club Frankfurt Vision, Sozialdienst kath. Frauen e.V. Frankfurt, SPD Frankfurt, Türkisches Volkshaus Frankfurt e.V., VAMV, Verband alleinerziehender Mütter und Väter, WIZO-Gruppe Frankfurt, ZAN, Hilfsorganisation zur Förderung der Rechte afghanischer Frauen e.V., ZONTA Club Frankfurt am Main, ZONTA Club Frankfurt II Rhein – Main, #NoFragida

ViSP: Frankfurt für Frauenrechte, c/o Ursula auf der Heide, Grethenweg 126, 60598 Frankfurt

§ 218 StGB streichen! Schluss mit 150 Jahren Kriminalisierung!

Mit einer demonstrativen Aktion am 15. Mai 2021 um 14 Uhr auf dem Liebfrauenberg beteiligt sich das Bündnis Frankfurt für Frauen*rechte an den Protesten aus Anlass des 150 jährigen Bestehens des § 218 StGB.

Am 15. Mai des Jahres 1871 wurde der Paragraf 218 in das Strafgesetzbuch des deutschen Kaiserreiches aufgenommen. Er stellt einen Schwangerschaftsabbruch einer Tötung gleich und brandmarkt Frauen als Straftäterinnen.

Der § 218 stammt aus einer Zeit, in der die Rechte von Frauen nur über den Ehemann im Familienrecht definiert waren.

Er stammt aus einer Zeit, in der Frauen nicht allein geschäftsfähig waren, nicht arbeiten, kein Geld besitzen, nicht wählen und nicht studieren durften.

Er stammt aus einer Zeit, in der Frauen kein Recht auf eine eigene Sexualität, kein Recht auf ihre Kinder hatten, ihr Sex nur der Fortpflanzung und Produktion von Untertanen dienen durfte.

Viele dieser Ungeheuerlichkeiten konnten inzwischen durch den Kampf von Frauenrechtlerinnen beseitigt werden.

Nur der § 218 StGB  hat in Deutschland den Zusammenbruch des Kaiserreichs, zwei Weltkriege, zwei Frauenbewegungen und schließlich die deutsche Einheit überstanden.

Der Kampf um das Recht auf den eigenen Körper, eigene Sexualität, auf reproduktive Rechte ist immer noch nicht gewonnen. Auch heute, 150 Jahre später, sind Schwangerschaftsabbrüche nach § 218 StGB eine Straftat. Die Regelung im Strafgesetzbuch entmündigt Betroffene und verweigert ihnen eine würdevolle, selbstbestimmte Entscheidung. Außerdem haben 150 Jahre Kriminalisierung ein gesellschaftliches Tabu rund um den Schwangerschaftsabbruch geschaffen. Die medizinische Versorgungssituation wird immer kritischer, da immer weniger Ärzt*innen Schwangerschaftsabbrüche durchführen. Aufgrund der strafgesetzlichen Regelung wird der Schwangerschaftsabbruch zu wenig zum Gegenstand der gynäkologischen Fachärzt*innenausbildung gemacht, was zusätzlich zu der mangelhaften medizinischen Versorgung in Deutschland beiträgt. Ärzt*innen dürfen zudem auf ihren Websites nicht ausführlich über Schwangerschaftsabbrüche informieren, weil der Paragraf 219a StGB dies verbietet.

Die §§ 218 ff StGB müssen endlich gestrichen werden.

Es gibt keine Gleichberechtigung ohne reproduktive Selbstbestimmung.

Es ist die letzte, aber elementar wichtige Bastion, die es endlich zu stürmen gilt. Sie ist zentral für das hier vorherrschende Rollenverständnis, für die Bevormundung, Entrechtlichung und Kriminalisierung von Frauen. Die Einschränkung der reproduktiven Rechte steht an erster Stelle auf der Agenda aller organisierten Rechten. Das haben u.a. die sogenannten Mahnwachen vor pro familia deutlich gemacht.

Der Paragraf 218, die Kriminalisierung eines Schwangerschaftsabbruchs als Tötungsdelikt, muss endlich in Deutschland, wie in vielen anderen europäischen Ländern, gestrichen werden.

Wir rufen die Politik auf, die Streichung von § 218 und § 219a aus dem Strafgesetzbuch und eine Neuregelung des Rechts auf einen selbstbestimmten Schwangerschaftsabbruch in ihren Wahlprogrammen zu verankern.

Wir fordern den freien und unbeeinträchtigten Zugang zu wohlwollender, kompetenter und kostenloser Beratung und medizinischer Versorgung.

 

Wir unterstützen den Aufruf der German Alliance for Choice.

#wegmit218 #150jahrewiderstand #wegmit219a 

https://www.mehralsdudenkst.org/

https://www.change.org/wegmit218

Mach mit

 

  • 218 STREICHEN – SCHLUSS MIT 150 JAHREN KRIMINALISIERUNG

Aktion des Bündnis FRANKFURT FÜR FRAUEN*RECHTE

am 15. Mai 2021 um 14 Uhr auf dem Liebfrauenberg

 

Menschenkette und ãOrange your CityÒ, aufgenommen am Mittwoch (25.11.2020) in Frankfurt am Main. Foto: Salome Roessler / lensandlight

Menschenkette und ãOrange your CityÒ, aufgenommen am Mittwoch (25.11.2020) in Frankfurt am Main. Foto: Salome Roessler / lensandlight

Menschenkette und „Orange your City“, aufgenommen am Mittwoch (25.11.2020) in Frankfurt am Main. Foto: Salome Roessler / lensandlight

Menschenkette und ãOrange your CityÒ, aufgenommen am Mittwoch (25.11.2020) in Frankfurt am Main. Foto: Salome Roessler / lensandlight

Menschenkette und „Orange your City“, aufgenommen am Mittwoch (25.11.2020) in Frankfurt am Main. Foto: Salome Roessler / lensandlight

Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen* und Mädchen*

Menschenkette für Menschenrechte

Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen* und Mädchen*

Für den 25. November 2020, den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, rufen wir, ein Bündnis von mehr als 25 Frankfurter Organisationen, Institutionen und Parteien, organisiert vom Bündnis Frankfurt für Frauenrechte zur Beteiligung an einer Menschenkette um 16:30 Uhr am südlichen Mainufer auf.

Gerade in der Pandemie, die die Gewaltbedrohung für viele Frauen* und Mädchen* noch erhöht, wollen wir nicht still und untätig bleiben. Mit der Menschenkette wollen wir ein starkes Zeichen der Solidarität mit Betroffenen und für die Durchsetzung der fundamentalen Rechte von Frauen* und Mädchen* setzen.

Weltweit und auch in Frankfurt sind geschlechtsspezifische Gewalterfahrungen sowie häusliche Gewalt für Frauen* und Mädchen* Alltag, quer durch die ganze Gesellschaft.

1.238 Fälle Häuslicher Gewalt, 1.205 Rohheitsdelikte (Körperverletzungen, Freiheitsberaubung..), 128 Fälle Stalking und Nachstellung, 527 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (u.a. Vergewaltigungen), 2 Femizide, 5 versuchte Femizide weist allein die Frankfurter Kriminalstatistik für 2019 aus, bei einer sehr hohen Dunkelziffer. Jeder einzelne Fall zerrüttet Familien, beschädigt die physische und seelische Gesundheit auch der Kinder dieser Familien.

Geschlechtsspezifische Gewalt in jeder Form ist eine globale Menschenrechtsverletzung mit verheerenden, langwirkenden gesundheitlichen Folgen und Todesgefahr für die Hälfte der Menschheit. Die Istanbul Konvention, die Konvention zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt, ein völkerrechtlicher Vertrag des Europarates, der 2014 in Kraft trat, verpflichtet alle unterzeichnenden Staaten zu einer bedarfsdeckenden, wohnortnahen, allgemein zugänglichen und angemessenen Infrastruktur, um Gewaltschutz und Unterstützung zu garantieren.

Wir fordern die Umsetzung aller in der Istanbul Konvention beschriebenen Maßnahmen für alle Frauen* und Mädchen* unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus und ihrer Nationalität.

Wir fordern die Europäische Union, Deutschland, die Landesregierung und die Stadt Frankfurt auf alles daran zu setzen, dieses zivilisatorische Desaster wirksam und entschlossen zu bekämpfen.

In Deutschland hat die Konvention Gesetzescharakter. Eine Kürzung von Mitteln darf nicht stattfinden.

Mit der Menschenkette am südlichen Mainufer werden wir unseren Forderungen sichtbar Nachdruck verleihen und Solidarität mit den Betroffenen zeigen – unter Beachtung aller Regelungen und Auflagen des Infektionsschutzes.

Wir setzen uns ein für eine Gesellschaft, in der Frauen frei von Gewalt und Diskriminierung gleichberechtigt und respektiert leben können!

Wir fühlen uns verbunden mit den Frauen* und Mädchen*, die auf der ganzen Welt gegen Gewalt aufstehen und schauen aktuell mit Hoffnung und Respekt auf die mutigen Kämpfer*innen in Polen und Belarus.

 

Treffpunkte sind der Tiefkai am Eisernen Steg und an der Untermainbrücke ab 16 Uhr.

Dort werden von den Organisatorinnen Mund-Nasen-Masken und 2 Meter lange Abstandsbänder in orange an die Teilnehmerinnen verteilt. Wir knüpfen damit an die Aktion ORANGE YOUR CITY an, bei der am 25.11.2020 ab 17:00 Uhr öffentliche und private Gebäude zur Mahnung an Gewalt an Frauen* orange angestrahlt werden.

Die Aktion wird durch eine Drohnenaufnahme dokumentiert und veröffentlicht.

GEMEINSAM GEGEN GEWALT AN FRAUEN* und MÄDCHEN* wird unterstützt von

ASF, Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen Frankfurt, BrokenRainbow, Bündnis 90/Die GRÜNEN Frankfurt am Main, Care Revolution e.V., Caritasverband Frankfurt e.V.,  DaMigra e.V., DGB, Die Linke., EVA Evangelisches Zentrum für Frauen

Frankfurt, Feministische Partei DIE FRAUEN, FEM Mädchen*haus Frankfurt, FIM-Flüchtlingsrat Hessen, FIM Frauenrecht ist Menschenrecht e.V., Frankfurt für Frauenrechte, Frauen helfen Frauen Frankfurt  e.V., Frauen in Bewegung, Frauennotruf Frankfurt, Frauenreferat  der Stadt Frankfurt am Main, Frauenverband Courage e.V.,    gffb gGmbH, Grüne Jugend Frankfurt, INFRAU e.V., Junularo Frankfurt e.V., Kinothek Asta Nielsen, LIBS, Lesben Informations- und Beratungsstelle, Orada! e.V. Internationales Theater, Parität Hessen, pro familia Hessen, saloonY e.V., SPD Frankfurt, VAMV, Verband alleinerziehender Mütter und Väter, WIZO-Gruppe Frankfurt, ZAN, Hilfsorganisation zur Förderung der Rechte afghanischer Frauen e.V., ZONTA Club Frankfurt II Rhein – Main, #NoFragida

FRANKFURT FÜR FRAUEN*RECHTE

Frankfurt für Frauenrechte

Aufruf des Bündnisses Frankfurt für Frauenrechte

Das Recht auf reproduktive Selbstbestimmung und auf eine ergebnisoffene, wohlwollende, kostenlose und anonyme Schwangerschaftskonfliktberatung für Frauen* in Frankfurt muss uneingeschränkt sichergestellt sein. Mehrere Jahre schon demonstrieren fundamentalistische Christ*innen, sogenannte Lebensschützerinnen von „40daysforlife“, unmittelbar vor der Beratungsstelle von pro familia in Frankfurt mit „Mahnwachen“ gegen das Recht von Frauen* auf reproduktive Selbstbestimmung. Erklärtes Ziel der Demonstrierenden ist es, Abtreibungen in Frankfurt und in Deutschland insgesamt zu verhindern und die Mitarbeiter*innen der Beratungsstellen zu „bekehren“.

Der Aufruf ist auf Deutsch und Englisch verfügbar und kann von Einzelpersonen und Organisationen unterstützt werden.

Mein Bauch gehört mir!

Die täglichen Proteste gegen die Belagerung der pro familia Beratungsstelle durch fundamentalistische Christ*innen werden begleitet durch unser selbstgetextes Lied. Einfach mal reinhören, der Text lernt sich schnell, und beim nächsten Mal mitsingen! Wir sind kreativ und laut für unser Recht auf Selbstbestimmung über unsere Körper!

Mensch Scheffler!

Am 2. November wird im Club Cafe Nachtleben der Porno Rapper „King Orgasmus One“ das Auftaktkonzert zu seinem neuen Album „Welcome to the Hood“ geben. Das Bündnis Frankfurt für Frauenrechte hat in diesem Zusammenhang einen Offenen Brief an Ralf Scheffler, den Geschäftsführer der Nachtleben Gaststätten Betriebs GmbH gerichtet.

Offener Brief

Frankfurt, 7.10.2018

MENSCH SCHEFFLER!
Jahrzehntelang hast du in der „Kapp“ und im Nachtleben mit sicherem künstlerischen Geschmack dafür gesorgt, dass Generationen von Mädchen und Frauen in Frankfurt den perfekten Platz zum Abtanzen und Abhängen hatten. Nicht zuletzt deswegen dürfte deine Bude immer voll gewesen sein. Denn ‐ wo keine Frauen sind, ist auch kein Clubleben.
Und nicht zuletzt deswegen hatte das Frauenreferat sein 30 jähriges Jubiläum in der neuen Batschkapp gefeiert.
Und jetzt hast du diesen peinlichen Rapp Depp mit seinen fantasielosen, frauenverachtenden, gewaltverherrlichenden Texten ins Nachtleben geholt. „King Orgasmus One“, entlarvender kann ein Name nicht sein, für diesen Langweiler. Mehr als ein Orgasmus kann es wirklich nicht gewesen sein. Was für unglaublich dröge Texte!

MENSCH SCHEFFLER,
du willst doch nicht alles Ernstes behaupten, dass ein Song, der zu 80 % aus den Worten Ficken und Schwanz und Erniedrigung von Frauen besteht, Kunst ist?
Wir vom Bündnis Frankfurt für Frauenrechte sagen, das kann, ja das muss weg. Porno Rap muss ja nicht sexistisch und frauenverachtend sein. Er sollte schon gar nicht die kommerzielle, allgegenwärtige Darstellung von männlich heteronormativer Sexualität wiederholen und abfeiern, Sexualität also, die nur mit der Herabwürdigung und Gewalt über Frauen und wenigen Sexualpraktiken auskommt. Porno Rap könnte richtig geil sein, sexuell befreiend, ein politisches Statement auch für sexuelle Selbstbestimmung, für sexuelle Vielfalt. Das ist auch unser Anliegen.
Aber dieser Rap ist Frauenhasser‐ und kein Porno Rap. Und das halten wir für gefährlich. Was ist das nächste? Rassisten Rap, Schwulenhasser Rap, Judenhasser Rap? Alles Kunst, weil provokativ?

MENSCH SCHEFFLER,
du musst doch gemerkt haben, in welchen Zeiten wir leben. Wir kämpfen als Bündnis Frankfurt für Frauenrechte gegen christliche Fundamentalisten, die Macht über die Körper von Frauen haben wollen und das sind auch die Fantasien, die dein kleiner Rapper bedient. Wir haben es so satt, geile alte mächtige Männer zu ertragen, die ihre Angestellten für sexuell verfügbar halten und wir wollen auch keine Muttersöhnchen ertragen, die ihre sexuelle Frustration über frauenverachtende Texte öffentlich herausblöken.
Ja, wir haben gesehen, die Bude ist ausverkauft. Das zeigt aber nur, in was für ätzenden Zeiten wir leben. Willst du wirklich deinen Laden voll mit bierdrögem Volk haben, das dann angeheizt durch die Hasstexte raus auf die Konsti geht und das Leben draußen mit der kleinen Welt von „Orgi“ verwechselt? Das Nachtleben, der Place to be für Klemm‐AfD‐ler?
Wir haben gehört, dass du den Bub nicht rauswerfen willst. Das ist bitter, bitter für die Frankfurter Clubszene und für alle, die sich in Frankfurt für eine emanzipatorische, freie und gewaltfreie Gesellschaft einsetzen.

MENSCH SCHEFFLER,
es braucht jetzt ein Zeichen, damit die Mädchen und Frauen in dieser Stadt wieder mit einem guten Gefühl in die Batschkapp und das Nachtleben gehen können. Wir meinen: schau dir an, wer zu diesem Rapper ins Nachtleben kommt, hör hin, was er sagt und bitte: lade solche Typen nicht mehr ein.
Und: gib dem Bündnis Frankfurt für Frauenrechte das Nachtleben für eine feministische Clubnacht frei.

Mit feministischen Grüßen
für das Bündnis Frankfurt für Frauenrechte
Ulla auf der Heide, Beatrix Baumann und Brigitte Ott