Hervorgehobener Beitrag

FRANKFURT FÜR FRAUEN*RECHTE

Frankfurt für Frauenrechte

Aufruf des Bündnisses Frankfurt für Frauenrechte

Das Recht auf reproduktive Selbstbestimmung und auf eine ergebnisoffene, wohlwollende, kostenlose und anonyme Schwangerschaftskonfliktberatung für Frauen* in Frankfurt muss uneingeschränkt sichergestellt sein. Mehrere Jahre schon demonstrieren fundamentalistische Christ*innen, sogenannte Lebensschützerinnen von „40daysforlife“, unmittelbar vor der Beratungsstelle von pro familia in Frankfurt mit „Mahnwachen“ gegen das Recht von Frauen* auf reproduktive Selbstbestimmung. Erklärtes Ziel der Demonstrierenden ist es, Abtreibungen in Frankfurt und in Deutschland insgesamt zu verhindern und die Mitarbeiter*innen der Beratungsstellen zu „bekehren“.

Der Aufruf ist auf Deutsch und Englisch verfügbar und kann von Einzelpersonen und Organisationen unterstützt werden.

§ 218 StGB streichen! Schluss mit 150 Jahren Kriminalisierung!

Mit einer demonstrativen Aktion am 15. Mai 2021 um 14 Uhr auf dem Liebfrauenberg beteiligt sich das Bündnis Frankfurt für Frauen*rechte an den Protesten aus Anlass des 150 jährigen Bestehens des § 218 StGB.

Am 15. Mai des Jahres 1871 wurde der Paragraf 218 in das Strafgesetzbuch des deutschen Kaiserreiches aufgenommen. Er stellt einen Schwangerschaftsabbruch einer Tötung gleich und brandmarkt Frauen als Straftäterinnen.

Der § 218 stammt aus einer Zeit, in der die Rechte von Frauen nur über den Ehemann im Familienrecht definiert waren.

Er stammt aus einer Zeit, in der Frauen nicht allein geschäftsfähig waren, nicht arbeiten, kein Geld besitzen, nicht wählen und nicht studieren durften.

Er stammt aus einer Zeit, in der Frauen kein Recht auf eine eigene Sexualität, kein Recht auf ihre Kinder hatten, ihr Sex nur der Fortpflanzung und Produktion von Untertanen dienen durfte.

Viele dieser Ungeheuerlichkeiten konnten inzwischen durch den Kampf von Frauenrechtlerinnen beseitigt werden.

Nur der § 218 StGB  hat in Deutschland den Zusammenbruch des Kaiserreichs, zwei Weltkriege, zwei Frauenbewegungen und schließlich die deutsche Einheit überstanden.

Der Kampf um das Recht auf den eigenen Körper, eigene Sexualität, auf reproduktive Rechte ist immer noch nicht gewonnen. Auch heute, 150 Jahre später, sind Schwangerschaftsabbrüche nach § 218 StGB eine Straftat. Die Regelung im Strafgesetzbuch entmündigt Betroffene und verweigert ihnen eine würdevolle, selbstbestimmte Entscheidung. Außerdem haben 150 Jahre Kriminalisierung ein gesellschaftliches Tabu rund um den Schwangerschaftsabbruch geschaffen. Die medizinische Versorgungssituation wird immer kritischer, da immer weniger Ärzt*innen Schwangerschaftsabbrüche durchführen. Aufgrund der strafgesetzlichen Regelung wird der Schwangerschaftsabbruch zu wenig zum Gegenstand der gynäkologischen Fachärzt*innenausbildung gemacht, was zusätzlich zu der mangelhaften medizinischen Versorgung in Deutschland beiträgt. Ärzt*innen dürfen zudem auf ihren Websites nicht ausführlich über Schwangerschaftsabbrüche informieren, weil der Paragraf 219a StGB dies verbietet.

Die §§ 218 ff StGB müssen endlich gestrichen werden.

Es gibt keine Gleichberechtigung ohne reproduktive Selbstbestimmung.

Es ist die letzte, aber elementar wichtige Bastion, die es endlich zu stürmen gilt. Sie ist zentral für das hier vorherrschende Rollenverständnis, für die Bevormundung, Entrechtlichung und Kriminalisierung von Frauen. Die Einschränkung der reproduktiven Rechte steht an erster Stelle auf der Agenda aller organisierten Rechten. Das haben u.a. die sogenannten Mahnwachen vor pro familia deutlich gemacht.

Der Paragraf 218, die Kriminalisierung eines Schwangerschaftsabbruchs als Tötungsdelikt, muss endlich in Deutschland, wie in vielen anderen europäischen Ländern, gestrichen werden.

Wir rufen die Politik auf, die Streichung von § 218 und § 219a aus dem Strafgesetzbuch und eine Neuregelung des Rechts auf einen selbstbestimmten Schwangerschaftsabbruch in ihren Wahlprogrammen zu verankern.

Wir fordern den freien und unbeeinträchtigten Zugang zu wohlwollender, kompetenter und kostenloser Beratung und medizinischer Versorgung.

 

Wir unterstützen den Aufruf der German Alliance for Choice.

#wegmit218 #150jahrewiderstand #wegmit219a 

https://www.mehralsdudenkst.org/

https://www.change.org/wegmit218

Mach mit

 

  • 218 STREICHEN – SCHLUSS MIT 150 JAHREN KRIMINALISIERUNG

Aktion des Bündnis FRANKFURT FÜR FRAUEN*RECHTE

am 15. Mai 2021 um 14 Uhr auf dem Liebfrauenberg

 

Menschenkette und ãOrange your CityÒ, aufgenommen am Mittwoch (25.11.2020) in Frankfurt am Main. Foto: Salome Roessler / lensandlight

Menschenkette und ãOrange your CityÒ, aufgenommen am Mittwoch (25.11.2020) in Frankfurt am Main. Foto: Salome Roessler / lensandlight

Menschenkette und „Orange your City“, aufgenommen am Mittwoch (25.11.2020) in Frankfurt am Main. Foto: Salome Roessler / lensandlight

Menschenkette und ãOrange your CityÒ, aufgenommen am Mittwoch (25.11.2020) in Frankfurt am Main. Foto: Salome Roessler / lensandlight

Menschenkette und „Orange your City“, aufgenommen am Mittwoch (25.11.2020) in Frankfurt am Main. Foto: Salome Roessler / lensandlight

Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen* und Mädchen*

Menschenkette für Menschenrechte

Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen* und Mädchen*

Für den 25. November 2020, den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, rufen wir, ein Bündnis von mehr als 25 Frankfurter Organisationen, Institutionen und Parteien, organisiert vom Bündnis Frankfurt für Frauenrechte zur Beteiligung an einer Menschenkette um 16:30 Uhr am südlichen Mainufer auf.

Gerade in der Pandemie, die die Gewaltbedrohung für viele Frauen* und Mädchen* noch erhöht, wollen wir nicht still und untätig bleiben. Mit der Menschenkette wollen wir ein starkes Zeichen der Solidarität mit Betroffenen und für die Durchsetzung der fundamentalen Rechte von Frauen* und Mädchen* setzen.

Weltweit und auch in Frankfurt sind geschlechtsspezifische Gewalterfahrungen sowie häusliche Gewalt für Frauen* und Mädchen* Alltag, quer durch die ganze Gesellschaft.

1.238 Fälle Häuslicher Gewalt, 1.205 Rohheitsdelikte (Körperverletzungen, Freiheitsberaubung..), 128 Fälle Stalking und Nachstellung, 527 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (u.a. Vergewaltigungen), 2 Femizide, 5 versuchte Femizide weist allein die Frankfurter Kriminalstatistik für 2019 aus, bei einer sehr hohen Dunkelziffer. Jeder einzelne Fall zerrüttet Familien, beschädigt die physische und seelische Gesundheit auch der Kinder dieser Familien.

Geschlechtsspezifische Gewalt in jeder Form ist eine globale Menschenrechtsverletzung mit verheerenden, langwirkenden gesundheitlichen Folgen und Todesgefahr für die Hälfte der Menschheit. Die Istanbul Konvention, die Konvention zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt, ein völkerrechtlicher Vertrag des Europarates, der 2014 in Kraft trat, verpflichtet alle unterzeichnenden Staaten zu einer bedarfsdeckenden, wohnortnahen, allgemein zugänglichen und angemessenen Infrastruktur, um Gewaltschutz und Unterstützung zu garantieren.

Wir fordern die Umsetzung aller in der Istanbul Konvention beschriebenen Maßnahmen für alle Frauen* und Mädchen* unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus und ihrer Nationalität.

Wir fordern die Europäische Union, Deutschland, die Landesregierung und die Stadt Frankfurt auf alles daran zu setzen, dieses zivilisatorische Desaster wirksam und entschlossen zu bekämpfen.

In Deutschland hat die Konvention Gesetzescharakter. Eine Kürzung von Mitteln darf nicht stattfinden.

Mit der Menschenkette am südlichen Mainufer werden wir unseren Forderungen sichtbar Nachdruck verleihen und Solidarität mit den Betroffenen zeigen – unter Beachtung aller Regelungen und Auflagen des Infektionsschutzes.

Wir setzen uns ein für eine Gesellschaft, in der Frauen frei von Gewalt und Diskriminierung gleichberechtigt und respektiert leben können!

Wir fühlen uns verbunden mit den Frauen* und Mädchen*, die auf der ganzen Welt gegen Gewalt aufstehen und schauen aktuell mit Hoffnung und Respekt auf die mutigen Kämpfer*innen in Polen und Belarus.

 

Treffpunkte sind der Tiefkai am Eisernen Steg und an der Untermainbrücke ab 16 Uhr.

Dort werden von den Organisatorinnen Mund-Nasen-Masken und 2 Meter lange Abstandsbänder in orange an die Teilnehmerinnen verteilt. Wir knüpfen damit an die Aktion ORANGE YOUR CITY an, bei der am 25.11.2020 ab 17:00 Uhr öffentliche und private Gebäude zur Mahnung an Gewalt an Frauen* orange angestrahlt werden.

Die Aktion wird durch eine Drohnenaufnahme dokumentiert und veröffentlicht.

GEMEINSAM GEGEN GEWALT AN FRAUEN* und MÄDCHEN* wird unterstützt von

ASF, Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen Frankfurt, BrokenRainbow, Bündnis 90/Die GRÜNEN Frankfurt am Main, Care Revolution e.V., Caritasverband Frankfurt e.V.,  DaMigra e.V., DGB, Die Linke., EVA Evangelisches Zentrum für Frauen

Frankfurt, Feministische Partei DIE FRAUEN, FEM Mädchen*haus Frankfurt, FIM-Flüchtlingsrat Hessen, FIM Frauenrecht ist Menschenrecht e.V., Frankfurt für Frauenrechte, Frauen helfen Frauen Frankfurt  e.V., Frauen in Bewegung, Frauennotruf Frankfurt, Frauenreferat  der Stadt Frankfurt am Main, Frauenverband Courage e.V.,    gffb gGmbH, Grüne Jugend Frankfurt, INFRAU e.V., Junularo Frankfurt e.V., Kinothek Asta Nielsen, LIBS, Lesben Informations- und Beratungsstelle, Orada! e.V. Internationales Theater, Parität Hessen, pro familia Hessen, saloonY e.V., SPD Frankfurt, VAMV, Verband alleinerziehender Mütter und Väter, WIZO-Gruppe Frankfurt, ZAN, Hilfsorganisation zur Förderung der Rechte afghanischer Frauen e.V., ZONTA Club Frankfurt II Rhein – Main, #NoFragida

Mein Bauch gehört mir!

Die täglichen Proteste gegen die Belagerung der pro familia Beratungsstelle durch fundamentalistische Christ*innen werden begleitet durch unser selbstgetextes Lied. Einfach mal reinhören, der Text lernt sich schnell, und beim nächsten Mal mitsingen! Wir sind kreativ und laut für unser Recht auf Selbstbestimmung über unsere Körper!

Mensch Scheffler!

Am 2. November wird im Club Cafe Nachtleben der Porno Rapper „King Orgasmus One“ das Auftaktkonzert zu seinem neuen Album „Welcome to the Hood“ geben. Das Bündnis Frankfurt für Frauenrechte hat in diesem Zusammenhang einen Offenen Brief an Ralf Scheffler, den Geschäftsführer der Nachtleben Gaststätten Betriebs GmbH gerichtet.

Offener Brief

Frankfurt, 7.10.2018

MENSCH SCHEFFLER!
Jahrzehntelang hast du in der „Kapp“ und im Nachtleben mit sicherem künstlerischen Geschmack dafür gesorgt, dass Generationen von Mädchen und Frauen in Frankfurt den perfekten Platz zum Abtanzen und Abhängen hatten. Nicht zuletzt deswegen dürfte deine Bude immer voll gewesen sein. Denn ‐ wo keine Frauen sind, ist auch kein Clubleben.
Und nicht zuletzt deswegen hatte das Frauenreferat sein 30 jähriges Jubiläum in der neuen Batschkapp gefeiert.
Und jetzt hast du diesen peinlichen Rapp Depp mit seinen fantasielosen, frauenverachtenden, gewaltverherrlichenden Texten ins Nachtleben geholt. „King Orgasmus One“, entlarvender kann ein Name nicht sein, für diesen Langweiler. Mehr als ein Orgasmus kann es wirklich nicht gewesen sein. Was für unglaublich dröge Texte!

MENSCH SCHEFFLER,
du willst doch nicht alles Ernstes behaupten, dass ein Song, der zu 80 % aus den Worten Ficken und Schwanz und Erniedrigung von Frauen besteht, Kunst ist?
Wir vom Bündnis Frankfurt für Frauenrechte sagen, das kann, ja das muss weg. Porno Rap muss ja nicht sexistisch und frauenverachtend sein. Er sollte schon gar nicht die kommerzielle, allgegenwärtige Darstellung von männlich heteronormativer Sexualität wiederholen und abfeiern, Sexualität also, die nur mit der Herabwürdigung und Gewalt über Frauen und wenigen Sexualpraktiken auskommt. Porno Rap könnte richtig geil sein, sexuell befreiend, ein politisches Statement auch für sexuelle Selbstbestimmung, für sexuelle Vielfalt. Das ist auch unser Anliegen.
Aber dieser Rap ist Frauenhasser‐ und kein Porno Rap. Und das halten wir für gefährlich. Was ist das nächste? Rassisten Rap, Schwulenhasser Rap, Judenhasser Rap? Alles Kunst, weil provokativ?

MENSCH SCHEFFLER,
du musst doch gemerkt haben, in welchen Zeiten wir leben. Wir kämpfen als Bündnis Frankfurt für Frauenrechte gegen christliche Fundamentalisten, die Macht über die Körper von Frauen haben wollen und das sind auch die Fantasien, die dein kleiner Rapper bedient. Wir haben es so satt, geile alte mächtige Männer zu ertragen, die ihre Angestellten für sexuell verfügbar halten und wir wollen auch keine Muttersöhnchen ertragen, die ihre sexuelle Frustration über frauenverachtende Texte öffentlich herausblöken.
Ja, wir haben gesehen, die Bude ist ausverkauft. Das zeigt aber nur, in was für ätzenden Zeiten wir leben. Willst du wirklich deinen Laden voll mit bierdrögem Volk haben, das dann angeheizt durch die Hasstexte raus auf die Konsti geht und das Leben draußen mit der kleinen Welt von „Orgi“ verwechselt? Das Nachtleben, der Place to be für Klemm‐AfD‐ler?
Wir haben gehört, dass du den Bub nicht rauswerfen willst. Das ist bitter, bitter für die Frankfurter Clubszene und für alle, die sich in Frankfurt für eine emanzipatorische, freie und gewaltfreie Gesellschaft einsetzen.

MENSCH SCHEFFLER,
es braucht jetzt ein Zeichen, damit die Mädchen und Frauen in dieser Stadt wieder mit einem guten Gefühl in die Batschkapp und das Nachtleben gehen können. Wir meinen: schau dir an, wer zu diesem Rapper ins Nachtleben kommt, hör hin, was er sagt und bitte: lade solche Typen nicht mehr ein.
Und: gib dem Bündnis Frankfurt für Frauenrechte das Nachtleben für eine feministische Clubnacht frei.

Mit feministischen Grüßen
für das Bündnis Frankfurt für Frauenrechte
Ulla auf der Heide, Beatrix Baumann und Brigitte Ott

Blick senken? Nein, Danke!

Seit Mittwoch kommen wieder täglich viele Unterstützer*innen in die Palmengartenstraße, um für den freien, sicheren un anonymen Zugang zur Beratungsstelle zu demonstrieren, der von fundamentalistischen Abtreibungsgegnern erneut für 40 Tage behindert wird. Heute waren wir mehr als 50. Die Vorstandssprecherin von ProFamilia Deutschland kam und hat gesprochen, Vertreterinnen von Care Revolution, Frauennotruf, Woman’s March, LIBS, GRÜNEN, FDP und das feministische Aktionscafe waren u.a. da, alle entschlossen, kreativ und fröhlich.
Als Protest gegen die Aussage des Rechtsamts „Frauen könnten ja den Blick senken, um der Ansprache durch die Plakate der Mahnwachen zu entgehen“ Tüten übergestülpt. Am Montag geht es weiter!